Surround

Info

Surround
Über das Verhältnis des Menschen zur Herde – ein Performance-Parcours zwischen Führen und führen lassen.

Performance | Tanz | Circus

Premiere: Oktober 2017

Länge: ca. 50min

Ausgezeichnet mit dem Leipziger Bewegungskunstpreis 2018 und dem Favoriten Festival Preis 2018

 

Alles dreht sich. Die Sorgen um die globalen politischen Veränderungen schlagen um sich. Bei so viel Rechts-Verliebtheit scheint doch vor allem eines auf dem Spiel zu stehen: die Demokratie. Als würden Freiheit und Gleichheit wieder zur Utopie. Unser System ist in der Krise oder zumindest auf sehr genauem Prüfstand, und die Autoritären nutzen die Gunst der Stunde. Es ist vor allem der Sehnsuchtsschmerz nach der Macht, der einen mitreißenden Strudel verursacht. Und die wichtigste Frage ist: Bist du drin oder draußen? Im Vormarsch der Mächtigen muss nun jeder seinen Platz finden – im Herdentritt, am Rand oder doch mit den Zügeln in der Hand.

 

„Surround“ ist eine begehbare Performance zur gesellschaftlichen Dimension des Kreises. Das Rund ist Arena für die Schaulustigen, politische Theaterbühne und zugleich vermeintlicher Versammlungsort auf Augenhöhe. Die natürliche Anordnung von Menschenansammlungen umkreisend, fordern die zwei Akrobaten und zwei Tänzerinnen auf der Bühne eine physische Positionierung zum Geschehen ein.

 


Foto: Ingo Solms
Pressestimmen

Jury Statement, Leipziger Bewegungskunstpreis 2018
„Wer beim Theaterbesuch ein Pauschenpferd von der Decke hängen sieht, wird dies mit ziemlicher Sicherheit als ungewöhnlich empfinden. Das kennt man nicht vom Theater, vor allem aber kennt man es nicht von dem Turngerät, das üblicherweise auf dem Boden zu stehen pflegt. Und mutmaßlich ist das Pauschenpferd ein Gegenstand, der im Alltag der meisten Theaterbesucher überhaupt keine Rolle spielt…
Overhead Project führen mit Surround den wohlbekannten Herdentrieb der Theaterbesucher vor. Darum geht es heute nicht. Vielmehr ist es bemerkenswert und das Verdienst von Surround, diese soziale Situation so dermaßen auf die Spitze zu treiben. Die Idee von Herde und Kreis, die Gegenüberstellung von Drinnen und Draußen, die Orientierung an der Macht – das ist praktisch wie spielerisch hervorragend umgesetzt. Noch dazu ist der ganze Abend dramaturgisch schlau gebaut, greifen die einzelnen Elemente lückenlos ineinander, verweisen im Verlauf aufeinander, ist das Tempo nicht zu schnell, um den Anschluss zu verlieren, aber schnell genug, um Unsicherheit zu nähren. Die Inszenierung kann ihre Faszination entfalten – irgendwo im Grenzgebiet von Tanz, Akrobatik und performativer Installation – und sie entfaltet ihre Faszination mit Genuss.“

 

Jennifer Ressel in: Kreuzer – Das Leipzig Magazin
„(…) Die zwei Akrobaten und zwei Tänzerinnen (…) stellen sich dem Pendel. Ihr Tanz ist Ausweichen und Nachgeben, aber auch Beschleunigen und Festhalten – eine Arbeit mit der Physik als Zentrum der Inszenierung. Die Zuschauer, die zunächst im Kreis um die Bühnenmitte stehen, werden von den Tänzern am schwingenden Pferd vorbei- und darunter hindurchgeleitet. Das geführte Risiko ersetzt den Sicherheitsabstand. Da können auch mal die eigenen Hände schwitzig werden. (…) Das Publikum sieht sich um, je näher ein Zuschauer neben dem Pauschenpferd im Zentrum steht, desto eher liegt die Aufmerksamkeit bei ihm. Wird er etwas tun? Hier verdichtet sich die Botschaft des Abends: Position beziehen. Möchtest Du am Rande stehen? Oder nimmst Du die Zügel in die Hand? Das sind die Grundgedanken zur demokratischen Gleichheit im Vergrößerungsglas der Bühnenkunst. Ein wichtiger Abend in Zeiten, in denen die Demokratie allerorten auf dem Spiel steht.“

 

Steffen Georgi in der Zeitschrift „tanz“
„Demokratie als Kreisbewegung. Als geometrische Figur, in der sich ein ununterbrochenes Wechselspiel zwischen Ballung und Vereinzelung, Konfrontation und Zirkulation, Passivität und Partizipation, Gewaltenteilung und Gewalt vollzieht. Dabei entspinnt sich unaufhörlich jenes Drama, das dem so komplizierten wie störanfälligenVerhältnis des Menschen zur Herde eigen ist. Ein Verhältnis, dem Overhead Project mit Surround eine faszinierende Inszenierung widmet. (…) Ein Pauschenpferd hängt von der Bühnendecke. Ein obskurer Fetisch, der das dramaturgische Zentrum der Inszenierung ebenso markiert wie den drehsymmetrischen Mittelpunkt eines auf den Boden gezeichneten Kreises. Den in aller Ruhe zu umlaufen, wird zu Beginn von «Surround» das Publikum angehalten – eine programmatische wie kontemplative Einstimmung auf die folgenden 60 Minuten (…)
Offensichtlich gedeihen die Möglichkeiten, die «Geometrie der Demokratie » zu erfahren und zu erfühlen, besonders gut im Grenzgebiet zwischen zeitgenössischem Zirkus, Tanz und Performance. Auf jeden Fall offenbart sich im «Verhältnis des Menschen zur Herde» hier Demokratie zunehmend als Teilaspekt der Anthropologie. Der thematische Kreis der Inszenierung – er wird zur Spirale, die sich letztlich in die Conditio Humana selbst hineinbohrt, die freilich weit älter ist als alle Demokratie.“

 

Jury Statement, Ground Support Preis des Favoriten Festivals 2018
Overhead Project arbeitet an der Schnittstelle von zeitgenössischem Tanz und Zirkus und erweitert dadurch die Grenzen der Sparten. Sie schaffen in SURROUND durch die empathischen und feinen Konstellationen der vier Performer*innen und die Positionierungen der Zuschauer*innen vielseitige Bilder des Individuums im Verhältnis zur Gemeinschaft. Fragen nach Machtverhältnissen, Demokratie und Vertrauen im Spannungsverhältnis zu einem schwingenden Turnpferd werden am eigenen Leibe spürbar.“


Team

Eine Produktion von Overhead Project in Koproduktion mit LOFFT – Das Theater.

 

Konzeption Tim Behren

Instezierung & Performance: Tim Behren, Florian Patschovsky

Kreation & Performance: Mijin Kim, Susanne Schneider

Dramaturgische & philosopische Beratung: Eric Eggert

Komposition & musikalische Dramaturgie: Simon Bauer

Lichtkreation & visuelle Dramaturgie: Charlotte Ducousso

Kostüme: Sabine Schneider

Rigging: Anders Jensen

Technische Begleitung: Garlef Keßler

Produktionsleitung: Theresa Hupp, Jari Ortwig

Management & PÖ: mechtild tellmann kulturmanagement


Förderer und Unterstützer

Gefördert durch die Stadt Leipzig Kulturamt (Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes); den Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg e.V. aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg; die Kunststiftung NRW; die Stadt Köln; das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen; die RheinEnergieStiftung Kultur und das NATIONALE PERFORMANCE NETZ (NPN) Koproduktionsförderung Tanz aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

 

Mit freundlicher Unterstützung von Maschinenhaus Essen, Zirkus Paletti Mannheim, Tollhaus Karlsruhe, ehrenfeldstudios Köln, ZAK Zirkus- und Artistikzentrum Köln und Artistraum Berlin.


Bilder

Info

Surround
Über das Verhältnis des Menschen zur Herde – ein Performance-Parcours zwischen Führen und führen lassen.

Performance | Tanz | Circus

Premiere: Oktober 2017

Länge: ca. 50min

Ausgezeichnet mit dem Leipziger Bewegungskunstpreis 2018 und dem Favoriten Festival Preis 2018

 

Alles dreht sich. Die Sorgen um die globalen politischen Veränderungen schlagen um sich. Bei so viel Rechts-Verliebtheit scheint doch vor allem eines auf dem Spiel zu stehen: die Demokratie. Als würden Freiheit und Gleichheit wieder zur Utopie. Unser System ist in der Krise oder zumindest auf sehr genauem Prüfstand, und die Autoritären nutzen die Gunst der Stunde. Es ist vor allem der Sehnsuchtsschmerz nach der Macht, der einen mitreißenden Strudel verursacht. Und die wichtigste Frage ist: Bist du drin oder draußen? Im Vormarsch der Mächtigen muss nun jeder seinen Platz finden – im Herdentritt, am Rand oder doch mit den Zügeln in der Hand.

 

„Surround“ ist eine begehbare Performance zur gesellschaftlichen Dimension des Kreises. Das Rund ist Arena für die Schaulustigen, politische Theaterbühne und zugleich vermeintlicher Versammlungsort auf Augenhöhe. Die natürliche Anordnung von Menschenansammlungen umkreisend, fordern die zwei Akrobaten und zwei Tänzerinnen auf der Bühne eine physische Positionierung zum Geschehen ein.

 


Foto: Ingo Solms
Pressestimmen

Jury Statement, Leipziger Bewegungskunstpreis 2018
„Wer beim Theaterbesuch ein Pauschenpferd von der Decke hängen sieht, wird dies mit ziemlicher Sicherheit als ungewöhnlich empfinden. Das kennt man nicht vom Theater, vor allem aber kennt man es nicht von dem Turngerät, das üblicherweise auf dem Boden zu stehen pflegt. Und mutmaßlich ist das Pauschenpferd ein Gegenstand, der im Alltag der meisten Theaterbesucher überhaupt keine Rolle spielt…
Overhead Project führen mit Surround den wohlbekannten Herdentrieb der Theaterbesucher vor. Darum geht es heute nicht. Vielmehr ist es bemerkenswert und das Verdienst von Surround, diese soziale Situation so dermaßen auf die Spitze zu treiben. Die Idee von Herde und Kreis, die Gegenüberstellung von Drinnen und Draußen, die Orientierung an der Macht – das ist praktisch wie spielerisch hervorragend umgesetzt. Noch dazu ist der ganze Abend dramaturgisch schlau gebaut, greifen die einzelnen Elemente lückenlos ineinander, verweisen im Verlauf aufeinander, ist das Tempo nicht zu schnell, um den Anschluss zu verlieren, aber schnell genug, um Unsicherheit zu nähren. Die Inszenierung kann ihre Faszination entfalten – irgendwo im Grenzgebiet von Tanz, Akrobatik und performativer Installation – und sie entfaltet ihre Faszination mit Genuss.“

 

Jennifer Ressel in: Kreuzer – Das Leipzig Magazin
„(…) Die zwei Akrobaten und zwei Tänzerinnen (…) stellen sich dem Pendel. Ihr Tanz ist Ausweichen und Nachgeben, aber auch Beschleunigen und Festhalten – eine Arbeit mit der Physik als Zentrum der Inszenierung. Die Zuschauer, die zunächst im Kreis um die Bühnenmitte stehen, werden von den Tänzern am schwingenden Pferd vorbei- und darunter hindurchgeleitet. Das geführte Risiko ersetzt den Sicherheitsabstand. Da können auch mal die eigenen Hände schwitzig werden. (…) Das Publikum sieht sich um, je näher ein Zuschauer neben dem Pauschenpferd im Zentrum steht, desto eher liegt die Aufmerksamkeit bei ihm. Wird er etwas tun? Hier verdichtet sich die Botschaft des Abends: Position beziehen. Möchtest Du am Rande stehen? Oder nimmst Du die Zügel in die Hand? Das sind die Grundgedanken zur demokratischen Gleichheit im Vergrößerungsglas der Bühnenkunst. Ein wichtiger Abend in Zeiten, in denen die Demokratie allerorten auf dem Spiel steht.“

 

Steffen Georgi in der Zeitschrift „tanz“
„Demokratie als Kreisbewegung. Als geometrische Figur, in der sich ein ununterbrochenes Wechselspiel zwischen Ballung und Vereinzelung, Konfrontation und Zirkulation, Passivität und Partizipation, Gewaltenteilung und Gewalt vollzieht. Dabei entspinnt sich unaufhörlich jenes Drama, das dem so komplizierten wie störanfälligenVerhältnis des Menschen zur Herde eigen ist. Ein Verhältnis, dem Overhead Project mit Surround eine faszinierende Inszenierung widmet. (…) Ein Pauschenpferd hängt von der Bühnendecke. Ein obskurer Fetisch, der das dramaturgische Zentrum der Inszenierung ebenso markiert wie den drehsymmetrischen Mittelpunkt eines auf den Boden gezeichneten Kreises. Den in aller Ruhe zu umlaufen, wird zu Beginn von «Surround» das Publikum angehalten – eine programmatische wie kontemplative Einstimmung auf die folgenden 60 Minuten (…)
Offensichtlich gedeihen die Möglichkeiten, die «Geometrie der Demokratie » zu erfahren und zu erfühlen, besonders gut im Grenzgebiet zwischen zeitgenössischem Zirkus, Tanz und Performance. Auf jeden Fall offenbart sich im «Verhältnis des Menschen zur Herde» hier Demokratie zunehmend als Teilaspekt der Anthropologie. Der thematische Kreis der Inszenierung – er wird zur Spirale, die sich letztlich in die Conditio Humana selbst hineinbohrt, die freilich weit älter ist als alle Demokratie.“

 

Jury Statement, Ground Support Preis des Favoriten Festivals 2018
Overhead Project arbeitet an der Schnittstelle von zeitgenössischem Tanz und Zirkus und erweitert dadurch die Grenzen der Sparten. Sie schaffen in SURROUND durch die empathischen und feinen Konstellationen der vier Performer*innen und die Positionierungen der Zuschauer*innen vielseitige Bilder des Individuums im Verhältnis zur Gemeinschaft. Fragen nach Machtverhältnissen, Demokratie und Vertrauen im Spannungsverhältnis zu einem schwingenden Turnpferd werden am eigenen Leibe spürbar.“


Team

Eine Produktion von Overhead Project in Koproduktion mit LOFFT – Das Theater.

 

Konzeption Tim Behren

Instezierung & Performance: Tim Behren, Florian Patschovsky

Kreation & Performance: Mijin Kim, Susanne Schneider

Dramaturgische & philosopische Beratung: Eric Eggert

Komposition & musikalische Dramaturgie: Simon Bauer

Lichtkreation & visuelle Dramaturgie: Charlotte Ducousso

Kostüme: Sabine Schneider

Rigging: Anders Jensen

Technische Begleitung: Garlef Keßler

Produktionsleitung: Theresa Hupp, Jari Ortwig

Management & PÖ: mechtild tellmann kulturmanagement


Förderer und Unterstützer

Gefördert durch die Stadt Leipzig Kulturamt (Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes); den Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg e.V. aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg; die Kunststiftung NRW; die Stadt Köln; das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen; die RheinEnergieStiftung Kultur und das NATIONALE PERFORMANCE NETZ (NPN) Koproduktionsförderung Tanz aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

 

Mit freundlicher Unterstützung von Maschinenhaus Essen, Zirkus Paletti Mannheim, Tollhaus Karlsruhe, ehrenfeldstudios Köln, ZAK Zirkus- und Artistikzentrum Köln und Artistraum Berlin.


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